Schwammstadt: Die Lösung für Überflutungen in Großstädten

Klimawandel und Starkregen als Herausforderung

Überflutungen durch Starkregen sind in Städten immer häufiger. Der Klimawandel bringt plötzlich auftretende, extreme Regenmengen, die zu Überschwemmungen führen. Diese gefährden Menschenleben und verursachen enorme Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Städte müssen ihre Regenwasserbewirtschaftung dringend anpassen.

Städte wachsen, Flächen verschwinden

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Stadtfläche durch zunehmende Urbanisierung und Flächenverbrauch stark vergrößert. Der Anstieg des Verkehrs und der Zuzug vom Land führten zu einem Verdopplung des Flächenverbrauchs. 2014 lag dieser immer noch bei 69 Hektar pro Tag, was hohe Versiegelung nach sich zieht.

Grenzen der bestehenden Entwässerungssysteme

Die derzeitige Infrastruktur zur Regenwasserversorgung stößt bei den stark steigenden Regenmengen an ihre Grenzen. Versickerungsflächen fehlen, und das Kanalsystem ist oft überlastet. Rückstau führt zu Überschwemmungen in Straßen und Gebäuden.

Die Rolle der Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitekten spielen eine wichtige Rolle bei der Lösung dieser Probleme. Vorausschauendes Regenwassermanagement wird immer wichtiger, besonders in Städten wie Berlin. Ziel ist es, Regenwasser schadlos und effizient abzuleiten und gleichzeitig naturnahe Lösungen zu schaffen.

Das Schwammstadt-Prinzip

Das Schwammstadt-Prinzip zielt darauf ab, Regenwasser wie ein Schwamm aufzunehmen und verzögert abzugeben. In Berlin wird dieses Konzept umgesetzt, indem Dach- und Fassadenbegrünungen, Versickerungsflächen und wasserdurchlässige Beläge eingesetzt werden. So wird das Regenwasser im Stadtbereich gehalten und in den Boden oder durch Pflanzen verdunstet.

Vielseitige Strategien für nachhaltiges Regenwassermanagement

Wichtige Maßnahmen umfassen:

  • Rasenmulden für die Versickerung in Grünflächen
  • Rigolen (unterirdische Versickerungsanlagen) für gezielte Wasseraufnahme
  • Baumrigolen, die Bäume mit Wasser versorgen und Regen speichern
  • Zisternen zur Speicherung von Regenwasser für die Gartenbewässerung

 

Vorteile für Klima und Stadtentwicklung

Die Kombination dieser Methoden minimiert Überschwemmungen, fördert die Rückhaltung von Regenwasser und hat positive Auswirkungen auf das lokale Klima. So kann die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Starkregen und den Folgen des Klimawandels werden.

Fazit: Nachhaltigkeit für die Zukunft
Landschaftsarchitekt Gero Goldmann setzt mit seinem Büro in Berlin auf nachhaltige Lösungen. Ziel ist es, den Umgang mit Wasser in der Stadt zukunftsfähig und umweltbewusst zu gestalten, um für eine klimaresiliente Zukunft vorzusorgen.

Deutschlands teuerste Überschwemmungen: Sachversicherungsschäden

Die Grafik zeigt die teuersten Sachversicherungsschäden durch Starkregen und Überschwemmungen in Deutschland von 2002 bis 2023. Die teuerste Überschwemmung war die „Bernd“-Flut im Jahr 2021 mit Schäden in Höhe von 9,12 Milliarden Euro, gefolgt vom Augusthochwasser 2002 mit 5,52 Milliarden Euro. Diese extremen Wetterereignisse verdeutlichen die wachsende Bedeutung von resilienten und klimaangepassten Stadt- und Landschaftsgestaltungen.

Infografik: Deutschlands teuerste Überschwemmungen | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Quelle und mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Für Goldmann Landschaftsarchitektur ist diese Entwicklung besonders relevant, da die zunehmenden Wetterextreme die Nachfrage nach innovativen Lösungen zur Wasserbewirtschaftung und Schutzmaßnahmen vor Überschwemmungen fördern. Projekte wie Regenwassermanagement, die Schaffung von Retentionsflächen und die Integration von Naturgefahrenmanagement in die Stadtplanung gewinnen an Bedeutung und bieten neue Chancen für nachhaltige Stadtentwicklung.

Jahr Ereignis Sachversicherungsschäden (in Mio. Euro)
2021 Bernd 9.120
2002 Augusthochwasser 5.520
2013 Juni-Hochwasser 2.660

 

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